QR-Codes in der Schweiz
Schweizer Unternehmen nutzen QR-Codes, um Kundinnen und Kunden direkt von gedruckten Materialien oder Verpackungen zu Zahlungen, Speisekarten und Bewertungen zu führen – das reduziert Reibungsverluste an der Kasse, am Tisch und im Ladenlokal gleichermassen.
Key Takeaways
- Die Schweizer QR-Rechnung hat die alten Einzahlungsscheine vollständig ersetzt – jede Rechnung, die du in der Schweiz versendest, benötigt jetzt einen konformen QR-Zahlungscode statt des alten orangen oder roten Einzahlungsscheins.
- eBill und QR-Rechnung decken zusammen den Grossteil der Schweizer Rechnungsstellung ab, sodass Kundinnen und Kunden bereits erwarten, die Kamera ihrer Banking-App auf eine gedruckte oder digitale Rechnung zu richten.
- QR-Codes im Einzelhandel, im öffentlichen Verkehr und in der Gastronomie sind in der Schweiz meist eher klein, dezent und funktional statt auffällig – das entspricht der lokalen Vorliebe für Understatement im Design.
Mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung scannt bereits täglich mindestens einen QR-Code: 57,7 % der Schweizer Bevölkerung nutzen QR-Codes mindestens monatlich, und ein grosser Teil dieser Gewohnheit lässt sich auf einen einzigen, sehr schweizerischen Grund zurückführen – die QR-Rechnung.

Die Schweiz hat QR-Codes nicht einfach als Marketing-Gimmick übernommen. Sie hat sie fest in die nationale Finanzinfrastruktur, in Kassenabläufe im Einzelhandel, in den öffentlichen Verkehr und in Speisekarten der Gastronomie eingebaut. Diese Kombination aus offizieller Vorgabe und alltäglicher Bequemlichkeit sorgt dafür, dass Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten ohne zu zögern scannen – das macht das Land zu einem ungewöhnlich dankbaren Markt für Unternehmen, die QR-Codes zum ersten Mal ausprobieren.
Egal ob du ein Café in Zürich betreibst, eine Pension in den Alpen führst oder einen Onlineshop betreibst, der regionenübergreifend versendet: Wenn du verstehst, wie QR-Codes hierzulande tatsächlich genutzt werden, kannst du Codes gestalten, denen die Menschen vertrauen und auf die sie reagieren. Starte mit einem kostenlosen QR-Code-Generator, sobald du weisst, worauf du hinarbeitest.
Wie die Schweiz QR-Codes nutzt
Die QR-Code-Kultur der Schweiz ist nicht organisch gewachsen wie etwa in Märkten wie China. Stattdessen wurde sie massgeblich durch einen regulatorischen Wandel im Bankensektor angestossen, dem dann alltägliche Unternehmen folgten, die dasselbe Vertrauen für ihre eigenen Zwecke nutzten.
Die QR-Rechnung hat die Papier-Einzahlungsscheine abgelöst
Seit dem 30. September 2022 ist die QR-Rechnung das einzig zulässige Zahlungsformat in der Schweiz – die alten roten und orangen BVR-/ESR-Einzahlungsscheine wurden vollständig abgeschafft. Jede Rechnung, von der Zahnarztrechnung bis zur Nebenkostenabrechnung, trägt jetzt einen QR-Code, der Betrag, Referenznummer und Angaben zum Zahlungsempfänger codiert, sodass die Banking-App der zahlenden Person alles mit einem einzigen Scan ausfüllt. Wenn du Schweizer Kundinnen und Kunden aus dem Ausland Rechnungen stellst, ist das keine Option, sondern Pflicht – deine Buchhaltungssoftware muss eine konforme QR-Rechnung erzeugen können, sonst können deine Rechnungen zur Korrektur zurückgewiesen werden.
eBill läuft parallel zur QR-Rechnung
Schweizer Banken drängen ihre Kundschaft zudem zu eBill, einem papierlosen System, das gedruckte Einzahlungsscheine komplett überflüssig macht. Allein 2023 wickelte die eBill-Plattform rund 70 Millionen Transaktionen mit über 3 Millionen registrierten Nutzerinnen und Nutzern ab und deckte damit mehr als die Hälfte der Schweizer Haushalte ab. Beide Systeme bestehen nebeneinander: QR-Rechnung für alle, die weiterhin eine Papier- oder PDF-Rechnung wünschen, eBill für jene, die vollständig digital arbeiten. Unternehmen, die Schweizer Kundschaft bedienen, sollten beide Varianten unterstützen können.
Auch Einzelhandel, Gastronomie und öffentlicher Verkehr setzen auf QR-Codes
Über den Bankensektor hinaus nutzen Schweizer Einzelhändler QR-Codes auf Kassenbons für Garantieregistrierungen und Kundenbindungsprogramme, Restaurants verlinken Gäste auf digitale Speisekarten – wie in unserem Leitfaden zu QR-Code-Speisekarten beschrieben –, und Apps für den öffentlichen Verkehr verwenden QR-Tickets zur Kontrolle in Zügen und Bussen. Auch Museen und Kultureinrichtungen setzen sie für mehrsprachige Audioguides ein, ein Muster, das wir in unserem Beitrag zu QR-Codes in Museen näher beleuchten.
Schritt 1: Festlegen, was der Code leisten soll
Bevor du irgendetwas erstellst, solltest du Zahlungsanwendungen von Marketing-Anwendungen klar trennen. Eine QR-Rechnung benötigt spezialisierte Rechnungssoftware, die dem Schweizer ISO-20022-Standard folgt – ein gewöhnlicher QR-Generator erzeugt keinen gültigen Zahlungscode. Codes für Marketing, Speisekarten oder Link-Sharing sind anders gelagert und lassen sich mit jedem Standard-Tool erstellen.
Schritt 2: Statisch oder dynamisch – je nachdem, wie oft sich Inhalte ändern
Ein gedruckter Fahrplan oder ein dauerhaftes Ladenschild eignet sich gut für einen statischen Code. Eine saisonale Speisekarte, eine Aktion oder alles, was du aktualisieren möchtest, ohne Materialien neu drucken zu müssen, sollte dynamisch sein. Unser Vergleich statische vs. dynamische QR-Codes erklärt die Abwägungen im Detail.
Schritt 3: Code erstellen und testen
Erstelle deinen Code mit dem kostenlosen QR-Code-Generator und teste ihn anschliessend mit mindestens zwei verschiedenen Kamera-Apps auf dem Smartphone, bevor du ihn druckst – folge dabei denselben Prüfschritten wie in unserem Leitfaden zur Sicherheitsprüfung von QR-Codes. Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten sind schnelle, zuverlässige Scans gewohnt, und ein Code, der nicht funktioniert oder langsam lädt, wird bei diesem scan-erfahrenen Publikum rasch ignoriert.
Schritt 4: Am richtigen Ort platzieren
Platziere Zahlungscodes direkt auf der Rechnung in der Nähe des fälligen Betrags, Speisekarten-Codes auf Augenhöhe auf dem Tisch, und Codes für Verkehrsmittel oder Events dort, wo das Smartphone ruhig gehalten werden kann, ohne den Fussgängerfluss zu behindern. In einem so scan-erfahrenen Markt zählt die Platzierung mehr als gestalterische Extras.
Schritt 5: Scans auswerten und optimieren
Wenn du einen dynamischen Code für Marketingzwecke einsetzt, prüfe die Scan-Daten im ersten Monat wöchentlich, um herauszufinden, welche Standorte oder Materialien am besten funktionieren – und passe Druck oder Platzierung anhand der Zahlen an, statt zu raten.
Tipps für QR-Codes, die bei Schweizer Kundinnen und Kunden ankommen
Ein paar gezielte Anpassungen sorgen dafür, dass QR-Codes bei Schweizer Kundinnen und Kunden besonders gut ankommen – statt sich nur an allgemeine Best Practices zu halten.
Halte dich an die strengen Formatvorgaben der QR-Rechnung, wenn du Schweizer Kundschaft Rechnungen stellst – Rechnungstools von Drittanbietern, die für andere Länder entwickelt wurden, erfüllen die Schweizer ISO-20022-Referenznummernregeln oft nicht.
Halte Marketing-Codes gestalterisch schlicht: Überladen verzierte Codes wirken in einem Markt, in dem der häufigste QR-Code ein schlichter schwarz-weisser Zahlungscode ist, schnell fremd oder aufgesetzt.
Biete hinter einem einzigen Code deutsche, französische und italienische Landingpages an, wenn du ein landesweites Publikum ansprichst, da die Schweiz vier Landessprachen hat und die Erwartungen je nach Kanton unterschiedlich sind.
Verlasse dich in ländlichen Kantonen nicht ausschliesslich auf QR-Codes, wenn du ältere Zielgruppen ansprichst – dort hinken eBill- und App-basierte Scan-Nutzung Städten wie Zürich und Genf noch hinterher.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich einen speziellen QR-Code, um Rechnungen in der Schweiz zu versenden?
Ja. Seit die QR-Rechnung im September 2022 zum einzig zulässigen Zahlungsformat wurde, benötigen Rechnungen an Schweizer Empfängerinnen und Empfänger einen konformen QR-Rechnungscode, der von Buchhaltungs- oder Rechnungssoftware mit Unterstützung für den Schweizer Standard erzeugt wird – kein gewöhnlicher Marketing-QR-Code reicht hier aus.
Kann ich einen normalen QR-Code-Generator für eine Speisekarte oder Visitenkarte in der Schweiz nutzen?
Ja. Zahlungsbezogene Codes erfordern eine spezielle Formatierung, aber Speisekarten, Links, WLAN-Zugänge und Kontaktdaten lassen sich mit jedem Standard-Tool erstellen, einschliesslich des kostenlosen QR-Code-Generators.
Was ist der Unterschied zwischen QR-Rechnung und eBill?
Die QR-Rechnung ist eine gedruckte oder als PDF vorliegende Rechnung mit eingebettetem QR-Zahlungscode, den jede Banking-App scannen kann. eBill ist ein vollständig papierloses System, bei dem die Rechnung direkt im E-Banking-Portal der empfangenden Person erscheint. Viele Schweizer Banken unterstützen beide Varianten, und Unternehmen müssen sich in der Regel auf Kundinnen und Kunden einstellen, die das eine oder andere nutzen.
Vertrauen Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten QR-Codes generell?
In der Regel ja. Da über die Hälfte der Bevölkerung monatlich scannt – vor allem wegen der routinemässigen Rechnungszahlung –, sind Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten im Alltag an QR-Codes gewöhnt. Sie erwarten aber weiterhin, dass Codes funktionieren und klar beschriftet sind, statt rein dekorativ zu wirken.
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