Customer Journey mit QR-Codes
Marketer, die jeden Touchpoint vom Regal über die Kasse bis zum Support nach dem Kauf abbilden, erhalten ein wiederholbares Konzept, um Codes genau dort zu platzieren, wo Kunden tatsächlich stehen bleiben, hinschauen und handeln.
Key Takeaways
- Jede Phase der Journey braucht ein anderes Ziel für den Code – ein Produktvideo für die Awareness-Phase, eine Vergleichstabelle für die Überlegungsphase, einen Checkout-Link für den Kauf.
- Mit dynamischen Codes kannst du die Ziel-URL im Verlauf einer Kampagne austauschen, ohne auch nur ein Etikett, Regalschild oder eine Verpackung neu drucken zu müssen.
- Der größte Fehler, den Marken machen: Jeder Code führt zur Startseite statt zu der Seite, die genau zur aktuellen Position des Kunden passt.
Früher mussten Kunden einige Hürden überwinden, bevor sie etwas Neues kauften: ein unübersichtliches Regaletikett, eine Verkäuferin, die das Produkt nicht kannte, eine lange Warteschlange an der Kasse, ein verwirrender Kaufprozess und eine Support-Hotline, die Rückgaben zur Qual machte. Bei jeder dieser Hürden sprang ein Teil der Käufer einfach ab.

QR-Codes begleiten heute fast jeden Punkt der Customer Journey. 79 % der Käufer geben an, ein Produkt eher zu kaufen, wenn es einen scanbaren Code mit Zusatzinformationen bietet, und 64 % haben bereits einen im stationären Handel gescannt. Das ist längst keine Spielerei mehr – es gehört mittlerweile fest zur Recherche vor einer Kaufentscheidung dazu.
Dieser Leitfaden führt Schritt für Schritt durch die Customer Journey – Awareness, Überlegung, Kauf und Kundenbindung – und zeigt, wo ein QR-Code wirklich das Verhalten verändert und wo er nur schmückendes Beiwerk ist. Wir gehen außerdem auf das Tracking ein, denn ein Code, den niemand misst, verschenkt die Chance zu erfahren, was auf dem Weg zu bestimmten QR-Code-Zielen wirklich funktioniert.
QR-Codes den einzelnen Phasen der Journey zuordnen
Betrachte die Journey als vier klar getrennte Momente, nicht als einen einzigen fließenden Prozess. Jemand, der einen Code in einer Instagram-Anzeige scannt, befindet sich in einer völlig anderen Gedankenwelt als jemand, der an der Kasse scannt. Das Ziel genau auf den jeweiligen Moment abzustimmen, macht den Unterschied zwischen einem Code, der konvertiert, und einem, der ignoriert wird.
Awareness: Aufmerksamkeit gewinnen, bevor Kaufabsicht entsteht
In dieser Phase sind Menschen noch nicht kaufbereit – sie entscheiden erst, ob deine Marke überhaupt ihre Aufmerksamkeit verdient. Codes auf Außenwerbung, Verpackungsbeilagen oder Social-Media-Posts sollten zu kurzen Videos, einer Markengeschichte oder einer Landingpage führen, die auf den ersten Eindruck ausgelegt ist – nicht zum vollständigen Produktkatalog. Ein Code auf einem Flyer funktioniert zum Beispiel am besten, wenn er Kunden direkt zu einem konkreten Angebot führt statt zu einer generischen Sitemap – Platzierungstipps findest du in diesem Leitfaden zu QR-Codes auf Flyern.
Überlegungsphase: Fragen beantworten, die eine Entscheidung ausbremsen
Sobald jemand Optionen vergleicht, muss der Code mehr leisten: Datenblätter, Bewertungen, Größentabellen oder Zutatenlisten – ähnlich den Details, nach denen Käufer bei QR-Codes auf Lebensmittelverpackungen suchen. Genau hier zeigt sich die GS1-Erkenntnis am deutlichsten: Käufer, die für zusätzliche Produktinformationen scannen, konvertieren nachweislich häufiger, weil der Code einen konkreten Einwand ausräumt, statt nur den Verpackungstext zu wiederholen.
Kauf: Reibung an der Kasse oder im Checkout beseitigen
Ein Code am Point of Sale sollte den Weg zum Kauf verkürzen, nicht verlängern. Ein Link zu einem mobilen Checkout, einer Anmeldung fürs Treueprogramm oder einem digitalen Gutschein funktioniert besser als ein Link zu einer allgemeinen Produktseite, die der Kunde bereits kennt. Restaurants und Ladentheken haben das bewiesen – ein gut platzierter Code, wie er etwa bei einer QR-Code-Speisekarte zum Einsatz kommt, reduziert die Anzahl der Schritte zwischen Interesse und Bestellung.
Kundenbindung: aus einem einzelnen Kauf eine Beziehung machen
Nach dem Kauf können Codes auf Kassenbons, Lieferscheinen oder Produktbeilagen zu Bewertungsanfragen, Garantieregistrierungen oder Nachbestell-Links führen. Ein Code, der direkt nach der Lieferung zu einer Google-Rezensionsseite führt, erreicht Kunden, solange die Zufriedenheit noch frisch ist – das bringt deutlich bessere Rücklaufquoten als eine Folge-E-Mail, die erst Tage später verschickt wird.
Tipps für reibungslose Übergänge zwischen den Phasen
Kleine Anpassungen bei der Erstellung und Platzierung von Codes machen einen spürbaren Unterschied dabei, wie weit Kunden im Trichter voranschreiten.
Verwende einen dynamischen QR-Code für alles, was mit einer laufenden Kampagne verknüpft ist, denn ein statischer Code, der fest auf der Verpackung eines Produkts gedruckt ist, bindet dich für immer an eine einzige URL.
Gestalte die Zielseite mobil-first und sorge für schnelle Ladezeiten – ein Kunde im Ladengang wartet nicht länger als ein paar Sekunden, bis eine Seite lädt.
Beschrifte den Code mit einer kurzen Handlungsaufforderung wie „Größen ansehen“ oder „Video ansehen“ statt eines generischen „Scan mich“, damit der Kunde weiß, in welche Phase er gerade eintritt.
Nutze für Platzierungen im Laden und auf der Verpackung unterschiedliche Codes, auch wenn beide zur gleichen Seite führen – so zeigen dir die Scan-Daten, welcher physische Standort tatsächlich für Interaktion sorgt. Kombiniere diese Taktik am besten mit einem durchdachten QR-Code-Design für jeden Einsatzort.
Häufig gestellte Fragen
In welcher Phase der Customer Journey funktionieren QR-Codes am besten?
Die Überlegungs- und die Kaufphase liefern in der Regel die stärksten Ergebnisse, da Kunden, die in diesen Phasen scannen, bereits eine gewisse Kaufabsicht haben und nur noch die letzte Information oder den schnellsten Weg zur Kasse brauchen.
Sollte an jedem Touchpoint derselbe QR-Code verwendet werden?
Nein. Wenn du für jeden Touchpoint einen eigenen Code verwendest – auch wenn sie auf verwandte Inhalte verweisen – siehst du genau, welches Regaletikett, welche Anzeige oder welche Verpackungsbeilage Scans erzeugt. Das ist deutlich aufschlussreicher als ein einziger Code für alles.
Wie aktualisiere ich eine QR-Code-Kampagne nach dem Start?
Erstelle den Code von Anfang an als dynamischen Typ, zum Beispiel mit einem Tool wie dem kostenlosen QR-Code-Generator. So kannst du die hinterlegte URL jederzeit ändern, ohne den physischen Code neu drucken zu müssen.
Funktionieren QR-Codes bei allen Altersgruppen gleich gut?
Die Nutzung ist bei jüngeren Zielgruppen deutlich höher – Gen Z und Millennials scannen spürbar häufiger als ältere Generationen. Marken, die breitere Zielgruppen ansprechen wollen, sollten Codes daher mit einer klaren gedruckten Anleitung kombinieren, statt vorauszusetzen, dass jeder Kunde weiß, was zu tun ist.
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