A/B-Testing von QR-Codes
QR-Codes sind kein „einmal einrichten und vergessen"-Tool. Wer Design, Platzierung und Call-to-Actions strukturiert testet, verwandelt Bauchgefühl in echte Daten – so liefert jeder Scan wertvolle Erkenntnisse darüber, was wirklich funktioniert.
Key Takeaways
- Nutze dynamische statt statische QR-Codes, damit du Ziele austauschen und Scans nachverfolgen kannst, ohne irgendetwas neu drucken zu müssen.
- Teste immer nur eine Variable gleichzeitig – ob Design, Platzierung, Größe oder das Angebot hinter dem Scan.
- Eine klare Beschriftung ist entscheidend: Laut der Supercode-Studie von 2024 scannen 84 % der Verbraucher eher, wenn der Zweck klar erkennbar ist.
- Verfolge einzigartige Scans und die Conversion nach dem Scan, nicht nur die Gesamtzahl der Scans, um die tatsächliche Wirkung zu verstehen.
- Lass Tests lange genug laufen, um eine aussagekräftige Datenmenge zu sammeln, bevor du einen Gewinner kürst.
Beim A/B-Testing eines QR-Codes erstellst du zwei oder mehr Versionen eines Codes, einer Kampagne oder eines Landingpage-Erlebnisses und vergleichst, wie sie im Vergleich zueinander abschneiden. Eine Version könnte ein anderes Farbschema nutzen, an einer anderen Stelle auf dem Flyer platziert sein oder mit einem anderen Call-to-Action daneben stehen. Das Ziel ist simpel: herausfinden, welche Variante mehr Menschen dazu bringt, tatsächlich ihr Handy zu zücken und zu scannen.

Das ist wichtiger, als die meisten Marketer annehmen, laut der Supercode-Studie von 2024. Dieser Unterschied entsteht vor allem, weil dynamische Codes echtes Testen ermöglichen, während statische Codes dich für immer an ein Design und ein Ziel binden.
Falls du bisher auf jedem Poster, jeder Speisekarte oder Visitenkarte denselben QR-Code verwendet hast, ohne zu prüfen, ob er überhaupt konvertiert, zeigt dir dieser Leitfaden, wie du einen sauberen Test aufbaust, was du messen solltest und welche Fehler die Testergebnisse wertlos machen.
So richtest du einen A/B-Test für deine QR-Codes ein
Für einen QR-Code-Test brauchst du keine teure Software. Was du brauchst, ist ein Plan, ein paar dynamische Codes und eine Möglichkeit nachzuverfolgen, was nach dem Scan passiert. Hier ist der Ablauf Schritt für Schritt.
Schritt 1: Wähle eine Variable zum Testen
Lege fest, was du wirklich testen willst, bevor du irgendetwas erstellst. Gängige Variablen sind das visuelle Design des Codes selbst (Farben, Logo, Rahmen), der physische Standort (oben vs. unten auf einem Flyer, an der Kasse vs. an der Tür), der Call-to-Action-Text daneben („Scannen für die Speisekarte" vs. „Scannen und 10 % sparen") oder die Zielseite, zu der er führt. Wenn du mehr als eine Variable gleichzeitig testest, lässt sich unmöglich sagen, welche Änderung den Unterschied im Ergebnis tatsächlich verursacht hat – beschränke dich also pro Test auf einen einzigen Faktor.
Schritt 2: Erstelle zwei dynamische QR-Codes
Gehe zu einem kostenlosen QR-Code-Generator und erstelle zwei Versionen deines Codes, die jeweils eine Seite des Tests repräsentieren. Falls du nicht sicher bist, warum dynamische Codes hier die richtige Wahl sind, erklärt unser Vergleich statische vs. dynamische QR-Codes die Unterschiede. Mit dynamischen Codes kannst du die Ziel-URL später bearbeiten und erhältst Scan-Analysen – beides ist für Tests unverzichtbar.
Schritt 3: Verteile gleichmäßig
Wenn du Flyer druckst, wechsle Version A und B gleichmäßig über die gesamte Druckauflage oder über verschiedene Standorte, damit nicht zufällig eine Version mehr Laufkundschaft abbekommt. Testest du auf einer Website oder in einer App, sorge für eine gleichmäßige Rotation, sodass jede Variante ungefähr die gleiche Sichtbarkeit erhält. Eine ungleichmäßige Verteilung ist einer der häufigsten Gründe für verzerrte Testergebnisse bei QR-Codes.
Schritt 4: Verfolge Scans und Aktionen nach dem Scan
Die reine Scan-Anzahl erzählt nur einen Teil der Geschichte. Laut der Bitly-Studie von 2024. Richte deine Landingpages so ein, dass du nicht nur erfasst, wer gescannt hat, sondern auch, wer die nächste Aktion ausgeführt hat – sei es eine Anmeldung, eine Bestellung oder das Ansehen eines Videos.
Schritt 5: Lass den Test laufen, bevor du etwas änderst
Gib jeder Variante genug Zeit und genug Scans, um ein zuverlässiges Ergebnis zu liefern. Ein Test, der zwei Tage läuft und insgesamt 30 Scans sammelt, sagt nicht viel aus. Je nach Besucheraufkommen kann das bedeuten, den Test eine ganze Woche, einen kompletten Veranstaltungszyklus oder eine gesamte Druckauflage lang laufen zu lassen, bevor du die Ergebnisse vergleichst.
Tipps für zuverlässige A/B-Testergebnisse
Ein paar praktische Gewohnheiten machen den Unterschied zwischen einem nützlichen und einem verschwendeten Test. Behalte sie im Kopf, wenn du deine nächste Testrunde planst.
Beschrifte jeden QR-Code klar mit seinem Zweck. Vage Codes werden seltener gescannt, und verwirrende Testbotschaften verfälschen deine Daten.
Halte alles andere zwischen den Versionen identisch. Testest du die Platzierung, ändere nicht gleichzeitig auch die Farbe oder das Angebot.
Achte auf einheitliche Druckqualität und Größe bei beiden Varianten, damit die Scanbarkeit nicht unbeabsichtigt Teil des Tests wird. Unsere Tipps zum QR-Code-Design behandeln die Grundlagen zu Größe und Kontrast.
Segmentiere deine Daten nach Standort oder Tageszeit, wenn du den Test an mehreren Orten durchführst, da unterschiedliche Laufkundschaft die Rohzahlen verzerren kann.
Dokumentiere deine Hypothese, bevor du startest. Notiere dir, was du erwartest und warum, damit du es später mit dem tatsächlichen Ergebnis vergleichen kannst.
Teste regelmäßig erneut. Ein Design, das im Dezember gewinnt, muss im Juli nicht genauso gut abschneiden – besonders bei saisonalen Aktionen oder eventbasierten Kampagnen, wie sie in unserem Leitfaden zu Event-QR-Codes beschrieben werden.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich dynamische QR-Codes für einen A/B-Test?
Im Grunde ja. Bei statischen QR-Codes ist die Ziel-URL fest in den Code eingebettet, sodass du weder ändern kannst, wohin er führt, noch nach dem Druck Analysedaten einsehen kannst. Mit dynamischen Codes kannst du das Ziel bearbeiten und Scan-Daten in Echtzeit verfolgen – das ist entscheidend, um die Performance zwischen Varianten zu vergleichen.
Wie viele Scans brauche ich, um den Ergebnissen zu vertrauen?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, aber als Faustregel solltest du mindestens ein paar hundert Scans pro Variante anstreben, bevor du Schlüsse ziehst. Kleinere Stichprobengrößen können durch Zufallsschwankungen verzerrt werden, besonders in den ersten Testtagen.
Was sollte ich zuerst testen, wenn ich neu darin bin?
Beginne mit der Platzierung und dem Wortlaut des Call-to-Action. Diese beiden Variablen haben in der Regel den größten Einfluss auf die Scan-Rate und lassen sich am leichtesten testen, ohne deine Landingpage oder dein Angebot anzufassen.
Kann ich QR-Codes auf Verpackungen oder Speisekarten per A/B-Test testen?
Ja. Drucke zwei Versionen deiner Verpackung oder Speisekarte mit unterschiedlicher QR-Code-Platzierung oder unterschiedlichem Text und verfolge, welche mehr Scans und Conversions erzielt. Das funktioniert gut bei Restaurant-Speisekarten, Einzelhandelsverpackungen und gedruckten Flyern gleichermaßen.
Sollte die Zielseite auch Teil des Tests sein?
Das kann sie sein, aber behandle sie als separaten Test vom QR-Code selbst. Testest du Codedesign und Landingpage gleichzeitig, lässt sich schwer sagen, welche Änderung das Ergebnis beeinflusst hat – isoliere die Variablen also, wo immer möglich.
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